Bindungsangst

Bindungsangst in einer Beziehung – was sollte man wissen?

Leidet jemand unter Bindungsangst, dann befindet er sich im ständigen Zwiespalt: Einerseits wünschen sich Betroffene mit Bindungsangst eine Beziehung und andererseits haben sie regelrecht Angst davor. Psychologen vermuten die Ursachen hierfür in der frühen Kindheit. Quelle Bild: Simone Peter  / pixelio.de

Bindungsangst kann viele Gesichter haben und zeigt sich zum Beispiel darin, dass Betroffene nur Fernbeziehungen eingehen, Nähe in einer Beziehung aus dem Weg gehen, weitreichende Entscheidungen aufschieben oder erst gar keine Beziehung eingehen können oder wollen. Stefanie Stahl ist Psychotherapeutin und ist in Ihrem Berufsalltag häufig mit Patienten konfrontiert, die an einer Bindungsangst leiden. Sie sieht die Ursachen hierfür bereits in der frühen Kindheit, nämlich in den ersten beiden Lebensjahren. Häufig liegen die Ursachen für eine Bindungsangst in einer gestörten Beziehung zwischen Mutter und Kind. Wurde ein Kind von der Mutter entweder vernachlässigt oder zu stark behütet, dann kann sich das viele Jahre später in einer Bindungsangst widerspiegeln. Dabei gibt es zwei verschiedene Ausprägungen. Einige Bindungsphobiker, wie sie im Fachjargon genannt werden, haben Angst davor, von einer Frau eingeengt zu werden. Andere fürchten sich vor Enttäuschungen und Zurückweisungen durch eine Frau. Diese Angst kann durch negative Erfahrungen in vorangegangenen Beziehungen noch verstärkt werden.

Bindungsangst hat weitreichende Folgen Ein Bindungsphobiker wünscht sich wie jeder andere auch eine liebevolle Beziehung, Nähe und Vertrauen. Entstehen in einer Beziehung dann jedoch Erwartungen, zieht er sich in sich selbst zurück. Wer unter einer Bindungsangst leidet, der fühlt sich durch die Erwartungen des Partners schnell eingeengt und hat Angst davor, zu versagen und als Folge dessen vom Partner verlassen zu werden. Statt sich also auf eine enge Beziehung einzulassen, ziehen sich Menschen mit Bindungsangst zurück und stürzen sich beispielsweise in die Arbeit. Auch körperlich erfolgt laut Stefanie Stahl ein Rückzug. Küsse und andere körperliche Nähe haben einen Seltenheitswert. Damit versucht sich ein Bindungsphobiker zu schützen. Der Partner versteht die Hintergründe der Bindungsangst häufig nicht und fühlt sich abgelehnt oder sogar ungeliebt. Das kann schließlich zur Trennung führen, womit die ursprüngliche Angst des Bindungsphobikers erneut bestärkt wird. Hilfe finden Betroffene in einer Psychotherapie.

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